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Kinski - Jesus Christus Erlöser
DVD von Universal/Music/DVD |
5 Kundenrezensionen:Weltklasse 5 von 5 PunktenIch bin begeistert. Kinski, ein genialer Schauspieler, der sich total mit seiner Rolle identifiziert....sogar wie hier bei einem live-Auftritt. Emotionen pur, klasse Kameraeinstellungen ! Er hat eine Peitsche genommen: Klaus Kinski, Erlöser. 5 von 5 PunktenEr hätte sich bei aller Bescheidenheit gar nicht nur als Jesus präsentieren müssen, denn er war noch viel mehr: nämlich Gott!!! Zumindest der Gott der Kunst, wollen wir mal lieber zur Sicherheit einschränken, sonst wird der da oben noch böse, falls es doch jemand anders ist. Klaus Kinski ist für mich ganz klar nicht nur der größte Deutsche, nein, der größte Künstler überhaupt und aller Zeiten! Er war einfach sehr, sehr gut in dem, was er machte. Was er tat, tat er voller heroischer Seinswahrhaftigkeit, er mußte sich nicht anpassen an all so ne Spießer. Daher auch der bereits zum geflügelten Wort erstrahlte Ausspruch "Das hat er gemacht, du dumme Sau!". Hätte er nur diesen einen Satz gesagt, so hätte seine leuchtende Größe dennoch feurig die Gezeiten durchbrannt bis ans Ende mindestens der DVD, die es nun endlich, endlich gibt! Gigantoauftritt des Godzilla der künstlerischen Identifikationsmanifestation! Klaus mein Vorbild !!!!!!!!!!!! 5 von 5 PunktenEs ist beeindruckend wie Klaus Kinski das gesamte neue Testament aus dem Kopf rezitiert und sich dabei entschlossen gegen den Pöbel der versuch zu stören durchsetzt. Klaus Kinski bekam als Kind nur EINMAL ein Lob, und das war dafür das Klaus das neue Testament auswendig konnte !!!!!!!!!!!!!!!!!! Die Art und Weise wie Kinski sich artikuliert, und die Gestik die er dabei einsetzt ist faszinierend. KLARER KANN ICH MEINE EMOTIONEN NICHT AUSDRÜCKEN!!!!!!!!!! Klaus Kinski und ich sind uns emotional sehr ähnlich !!!!!!!!! Ich verneige mich hiermit bei Klaus Kinski und seiner absoluten Genialität die leider nur die wenigsten verstanden haben !!!!!!!!!!!!!! Chauvinistischer Unfug, Zickenterror und Spießer? 1 von 5 PunktenAus heutiger Sicht erstaunt es schon, dass die Leute im Publikum sich von Kinski's doch recht einfacher Polemik derart provozieren liessen und sich das alles anhörten, anstatt einfach nachhause zu gehen. Vielleicht war die Idee, als "Erlöser" in der Ich-Form aufzutreten und Bibelstellen zu zitieren damals für einige neu, und an sich schon eine Provokation. Nicht mehr so neu aber war Kinski: er tritt auch hier, im Unterschied zum Original (Jesus) oder im Vergleich z.B mit John Lennon's "Bed-Ins" einmal mehr so auf, wie er sich - Schauspielerkollegen und Presse zufolge - oft und gerne gab, und wie ihm einige Schauspielerkollegen und Regisseure auch immer wieder attestierten: chauvinistisch, humorlos, bei Einwänden narzisstisch beleidigt, unglaublich eingebildet, dabei ignorant bis niederträchtig gegenüber fremden, auch ruhigen, sachlichen Argumenten. Und immer darum bemüht, im Mittelpunkt zu stehen, Aufmerksamkeit zu erregen, gerne auch nach dem Motto: "Viel Feind, viel Ehr'". Kinski eben: ein genialer Schauspieler, aber leider unerträglich egozentrisch und zickig, zumindest in der Öffentlichkeit. Und hier, als "Erlöser" auf der Bühne: ekelhaft anmaßend und würdelos. Geniales Werk - Für Fans bedingt geiegnet. 4 von 5 Punktenjaa, was sagt man am besten nach soeiner großartigen vorführung? Kinski ist und bleibt ein Genie! Das Material was da ist, ist natürlich umwerfend, und einmalig. Glücklich die, die Kinski an diesem Abend live erleben konnten (bzw. die DVD (besser noch audio cd)) kaufen. warum nur 4 sterne bei so einem genialen werk? mir als absoluter kinski fan war der film etwas zu komerziell gemacht, und anstatt den letzten entscheidenen vortrag mehr in den fokus zu rücken, werden streitereien mit den kindern im publikum in den vordergrund gerückt. mir hat einiges gefehlt. :( dann doch lieber die komplette audio aufnahme anhören - hab ich mehr von. aber an alle die es noch nicht kennen, eine ganz klare kaufempfehlung! |
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Klaus Kinski - Exklusiv Edition (7 DVDs)
DVD von ARTHAUS |
ProduktbeschreibungArthaus Klaus Kinski Werner Herzog Exklusiv Edition (7 DVD, USK/FSK: 16+ VÃ-Datum: 02.10.06 5 Kundenrezensionen:empfehlenswert 5 von 5 PunktenKinski ist Geschmackssache.Und über Geschmack braucht man nicht zu streiten. Wer aber Klaus Kinski mag, der wird an dieser Edition nicht vorbeikommen. Viele Stunden Sehvergnügen in hervorragender Aufarbeitung erwarten einen. Ein Paket, das seinen Preis wert ist. Wer Kinski mag, wird diese DVD-box lieben! 5 von 5 PunktenWer Kinski mag, wird diese DVD-box lieben! Sehr gute Auswahl an Kinski-Herzog-Filmen. Für Sammler auf jedenfall weiter ausbaufähig... Vorzügliche Neuauflage 5 von 5 PunktenDie neue Edition ist gegenüber dem Vorgänger zweifach im Vorteil. Erstens integriert sie die vorzügliche Dokumentation "Die Last der Träume", die bislang nur in der 2-DVD-Version von "Fitzcarraldo" enthalten war. Und zweitens packt sie die DVDs in vernünftige Hüllen, nämlich in jene dünnen Plastikträger, die auch schon bei der Jarmusch-Box Verwendung fanden und sich aus guten Gründen weiter etablieren: Stabiler und unempfindlicher als labberige Pappe, platzsparender als die regulären Hüllen, im Bedarfsfall austauschbar. - Ein elegantes Update und die Referenz für zukünftige Werkausgaben! naja 3 von 5 PunktenDie Edition ist voll ok. Mithin haben mir die Zusatzdokumentationen am besten gefallen. Aber nüchtern betrachtet war ich von den Filmen eher enttäuscht. Fitzcarraldo ist gut, ist der beste Film der Reihe, hat inhaltlich und filmisch besonderes zu bieten. Aber auch nicht ausserordentliches! Aguirre. Tut mir leid. Dem Film fehlt hinten und vorne das Budget. Der Anfang ist ok, aber dann fehlt so ziemlich alles. Die Sequenz mit dem dicken König ist nur mehr peinlich. In der zweiten Hälfte geht dem Film der Inhalt aus, die Handlung geht verloren und es fehlt auch an historischem Rahmen. Schließlich wird ein Naturfilm draus, man glaubt es kaum. Woyzeck ist gut. Hier gibt es eben eine Literaturvorlage. Den anderen Filmen fehlt das schmerzlich. Die Texte haben Inhalt und die zwei Hauptdarsteller sind gut. Nosferatu. Kinski macht das ganz gut. Hier wäre auch mehr drinnen. Aber wieder fehlt das Budget, fehlt einfach mehr Handlung. Vieles wirkt statistenhaft. Wie Harker mit dem Pferd nach Transsilvanien reitet, nein bitte, was war das? Cobra Verde. Wieder kaum Handlung, kein Budget. Nix durchkomponiert, alles direkt amateurhaft. Das ist mithin gar kein Film. Teilweise lächerlich. Die Kinski-Herzog-Begeisterung ist nur dahingehend zu verstehen, dass unabhängiges Filmertum, unabhängige Gedanken und Handlungsweisen zum Ausdruck kommen. Aber es fehlt die künstlerische Feinarbeit, v. a. was das Drehbuch betrifft. Auch das Gesicht Kinskis braucht ein Drehbuch, das hat er mithin auch selber kritisiert. Herzogs ekstatische Wirklichkeit 5 von 5 PunktenWenige deutsche Regisseure haben es zu tatsächlicher Weltgeltung gebracht (z.B. Murnau, Lang, Fassbinder, ...). Von diesen vermochte wiederum nur einer mich innerlich zu erschüttern. Werner Herzogs ekstatische Wirklichkeit sprengt den Rahmen des Kinos und übersteigt seine Fähigkeiten als Künstler. Es ist die Welt selbst die auf die Leinwand gesogen wird, ein magisches Zerrbild der vor gefährlicher Wildheit erzitternden Natur. Die Projektion entgleitet Herzogs Kontrolle und das Spiel des Lichtes erschafft ein mystisches Puzzle, ein Traumbild jenseits aller Intention des Regisseurs. Eine irrationale mit dem Verstand nicht fassbare Realität, voll ungezügelter Schönheit, voll Rohheit, fiebergeschwängert. In der Geschichte des Films gibt es kaum vergleichbar fruchtbare Partnerschaften wie die Hassliebe von Werner Herzog und Klaus Kinski. In der Zusammenarbeit der Beiden trafen zwei scheinbar absolut konträre Charaktere aufeinander, zwei explosive Elemente die gemeinsam zu einer kritischen Masse verschmolzen, nur vereint in ihrer künstlerischen Besessenheit. Herzogs Auge suchte/fixierte die Wirklichkeit und in diesem cineastischen Käfig, im magischen Viereck der Leinwand, wurde die "Bestie" Kinski gebannt. Das verzweifelte Abbild eines Menschen in Konfrontation mit der unendlichen Gleichgültigkeit der Natur. Kinski ist sicher ein schwieriger Zeitgenosse gewesen, eine zerrissene Persönlichkeit, gefangen zwischen öffentlicher Pose und innerer Verletzlichkeit. Als Mensch war er vielleicht sogar unerträglich (diese Frage können wohl letztlich nur seine Angehörigen beantworten). Der Mensch Kinski wird aber mittlerweile von dem Künstler, der Kunstfigur, dem schauspielerischen Monstrum "Kinski" überstrahlt. Wenn er sich in die Leinwand hineinschraubt erglüht die Leinwand, eine Urgewalt des Films, zwischen Genie und Wahnsinn hin und her irrlichternd. Das ist die Essenz des Kinos, jenseits aller seichten Hollywoodunterhaltung. Kinski gehört zu den intensivsten und größten Schauspielern der Filmgeschichte. Wie leicht, ja regelrecht inflationär wird heutzutage der Begriff Genie, Meisterwerk oder der, die, das größte was auch immer, verwendet. Jeder mittelmäßig talentierte Hollywoodschauspieler oder Regisseur wird nach einem halbwegs passablen Film in den Himmel gelobt. Doch im Vergleich zu dem Dreamteam Kinski und Herzog, sind sie nur Prostituierte eines billigen pornographischen Kommerzkinos. Kinski selbst hat sich, wie er ja gerne kokettierend verbreitete, an das trivialste Ramschkino verkauft, nur um seinen exaltierten Lebensstil zu finanzieren. Erst in der Zusammenarbeit mit Herzog entledigte er sich dieser Fesseln und schuf in der Geschichte einmalige schauspielerische Monumente des Kinos. Irrational und bizarr, das Overacting zu einer Kunst erhebend. Was mich an Herzogs Filmen fasziniert ist der magische Spiegel, den sie der Welt vorhalten. Jedem der 5 Filme dieser DVD-Kollektion gelingt dies auf andere Weise: "Aguirre - der Zorn Gottes" ist Herzogs "Herz der Finsternis" (Joseph Conrad). Ein fiebriger Traum des Urwalds und darin verloren, verschlungen vom wuchernden Grün, tanzt der Mensch seinen Totentanz. Welch unendliche menschliche Dummheit, welch Größenwahn, zerschmettert von der schier unbegreiflichen Größe der Natur. "Nosferatu - Phantom der Nacht" ist ein Stummfilm mit Ton, eine Hommage auf Murnaus bahnbrechendes Filmmonument. Kein anderer moderner Vampirfilm erreicht diese seltsam beunruhigende Wirklichkeit. Bei "Woyzeck" handelt es sich um ein sperriges Kammerspiel von Georg Büchner. Die Adaption Herzogs ist vor allem eine schauspielerische Großtat. In meinen Augen zeigt Kinski hier seine beste Leistung überhaupt. Sein oftmals aggressives Schauspiel wird vor Erschöpfung brüchig, fast scheu und erreicht so eine erschütternde Intensität. "Fitzcaraldo" ist Herzogs und Kinskis sympathischster und vielleicht größter Film. Ein surrealer Jungeltrip, ein Denkmal menschlicher Träume. Erst mit der Aufgabe seiner Träume stirbt der Mensch wirklich. So warmherzig (im besten Sinne besessen) hat Kinski davor und danach nie wider gespielt. Die positivste Filmfigur Kinskis. Eine mystische Wirklichkeit schwingt in diesen Film. Der menschliche Wille versucht die Natur zu bezwingen und scheint (wie schon in Aguirre) daran zu scheitern. Doch letztlich triumphieren dieses eine Mal die menschlichen Träume über die achselzuckende Grausamkeit des Urwaldes. Heiterer ist kein Herzogfilm ausgeklungen. Nach dieser filmischen Sisyphusarbeit fühlt man die Gewissheit, dass es sich lohnt für seine Träume zu kämpfen. Kann es eine bessere humanistischere Botschaft für einen Film geben? Der letzte Film der DVD-Box "Cobra Verde" fällt qualitativ etwas ab, das Modell Herzog/Kinski scheint sich verbraucht zu haben, ihre Zusammenarbeit scheitert aber immer noch auf grandiose Weise. Zu der DVD-Sammlung: Die einzelnen Filme sind in einer festen Papphülle untergebracht. Die Bildqualität ist angemessen bis gut. Zu jedem Spielfilm gibt es einen interessanten Audiokommentar (bei Cobra Verde und Woyzeck vom Film separiert) von Herzog und Laurenz Straub. Zusätzlich zu den 5 "Hauptfilmen" ist in der Box die unverzichtbare Dokumentation "Mein liebster Feind" enthalten. Eine subjektive Hommage Herzogs auf die Hassliebe seiner Zusammenarbeit mit Kinski. Zusätzlich ist der Neuauflage der Box auch die Dokumentation zu den Dreharbeiten von Fitzcaraldo "Die Last der Träume" beigefügt. Eine wirklich kongeniale Ergänzung des Films. Der Ton der DVDs entspricht der Originalveröffentlichung (Teilweise sind die Filme nachträglich synchronisiert worden, da bei den Dreharbeiten kein brauchbarer Ton zustande gekommen ist. Leider hat sich Kinski dann nicht immer selbst synchronisiert.) und liegt entweder in Mono oder Stereo vor. Fazit: Klaus Kinski und Werner Herzog waren das Dreamteam des deutschen Kinos. Keine andere Partnerschaft brachte unter solchen Schmerzen solche filmischen Meisterwerke hervor. In dieser Box finden sich alle 5 Zusammenarbeiten dieser beiden von ihrer Kunst Besessenen. Die Magie, die deformierte Wirklichkeit der Welt wird hier Manifest. Ein Traum des Kinos für den die große Leinwand erst geschaffen wurde. Sicherlich wird der durchschnittliche Kinogänger, dessen Filmerleben vom Tempo und Stil Hollywoods konditioniert wurde, mit dieser seltsam stilisierten Wirklichkeit nicht unbedingt etwas anfangen können. So gibt es viele Menschen die in Herzogs Filme lediglich schön verpackte Langeweile erkennen, ja sie bestenfalls als Kinskieske Freakshow konsumieren. Mit Verlaub nehme ich mir aber die subjektive Freiheit heraus diese Sichtweise ganz und gar nicht zu teilen. Hervorzuheben bei den Filmen Herzogs ist noch die Bedeutung der meditativen Filmmusik von Florian Fricke, die wesentlich an der besonderen mystischen Atmosphäre beteiligt ist. |
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Fitzcarraldo (Einzel-DVD)
DVD von Kinowelt GmbH |
ProduktbeschreibungDer exzentrische Brian Sweeney Fitzcarraldo ist von der Idee besessen, mitten in dem unberhrten Amazonas-Dschungel ein groes Opernhaus zu bauen. Von den Ersparnissen seiner Freundin, der Bordell-Besitzerin Molly, kauft Fitzcarraldo einen alten Flussdampfer. Damit will er in ein unerschlossenes Kautschukgebiet schippern, um dort das Geld fr den Bau zu erwirtschaften. Kautschuk gilt als das Gold des Urwalds. Um die gefhrlichen Stromschnellen einer Flussmndung zu umgehen, entwickelt der Besessene einen atemberaubenden Plan Hunderte von Indios sollen das riesige Schiff ber eine unpassierbare Urwaldhhe transportieren... Amazon.deFitzcarraldo, die vierte Zusammenarbeit von Werner Herzog und Klaus Kinski, ist sicherlich ihr berühmtester Film und wahrscheinlich auch ihr bester. Der egomanische Star Kinski war in jedem ihrer Filme auch das Alter Ego Herzogs, sein vor der Kamera stehender Zwilling, der die Vision des Regisseurs erst mit Leben erfüllte. Ohne diese Nähe der beiden wäre Fitzcarraldo gar nicht denkbar. Hier sind sie wirklich eins geworden und haben gemeinsam ihren Traum von einem alles überwindenden Kunstwerk wahr werden lassen. Wenn es im Kino überhaupt so etwas wie moderne Klassiker gibt, dann ist einer von ihnen diese Geschichte von dem besessenen Opernliebhaber Fitzcarraldo und seiner Idee, ein Dampfschiff über einen Urwaldhügel zu transportieren, um das Geld für ein Opernhaus mitten im Dschungel zusammenzukriegen. An sich kann man zwischen einem Film und seiner Produktion eine klare, trennende Linie ziehen; und das gilt eben nicht nur für Regiehandwerker, die einfach einen Auftrag erledigen, sondern auch für Filmemacher, die mit ihren Werken eine sehr persönliche Vision verfolgen. Doch hier gibt es diese Linie nicht. Die Grenze zwischen der Geschichte von Fitzcarraldo und den Geschichten seiner Entstehung verschwimmt, der Film wird zum Spiegel seiner selbst. Fitzcarraldos Vorhaben, eine Oper in dem kleinen, vom Kautschuk lebenden peruanischen Nest Iquitos zu bauen, und sein Plan, das für den Kautschuktransport benötigte Schiff über den bewaldeten Hügel zu ziehen, sind Wahnsinn. Aber genau so ein Wahnsinn ist es auch, diese Geschichte im Urwald des Amazonasgebiets zu realisieren. Das große Thema Werner Herzogs, der Kampf des Menschen gegen die übermächtige Natur, spitzt sich hier zu auf den Kampf des Künstlers, der seinen größten Feind in der Natur und nicht in anderen Menschen findet. In der Besessenheit und dem Wahnsinn Fitzcarraldos setzt er sich selbst und allen anderen, die gegen jede Vernunft und jede Widrigkeit Kunst schaffen, ein Denkmal, das diesem Film gerade die Bewunderung von anderen visionären Regisseuren wie Francis Ford Coppola und Abel Ferrara eingetragen hat. --Sascha Westphal 5 Kundenrezensionen:Filmklassiker 5 von 5 PunktenEiner der ganz hervorragenden Filme von Werner Herzog mit einem genial spielenden Klaus Kinski. Geschichte spielt in Brasilien um 1910 herum und handelt von der Umsetzung einer Vision. Wunderbarer Film mit beeindruckenden Szenen. Unbedingt zu empfehlen. Ein Meisterwerk! 5 von 5 PunktenEin gigantischer Film mit einem herausragendem Klaus Kinski. Lang und langsam - ich liebe die Langsamkeit dieses Films - und dennoch nie langweilig. So etwas gibt es heute gar nicht mehr. Der das Schiff über den Berg zog... 5 von 5 PunktenEin wahrhaft kühner, ein gigantischer Film. Ich habe ihn in jungen Jahren (1982, also mit 22 Jahren) gesehen, danach noch einmal, und habe mir jetzt die DVD bei amazon gekauft. Denjenigen, die den Film schon einmal gesehen haben, und überlegen, ob sie ihn kaufen/bestellen sollen,kann ich nur sagen, der Film ist so gut, wie man ihn wahrscheinlich in Erinnerung hat. Gegenüber denjenigen, die ihn noch nicht kennen, kann ich mich nur entschieden meinem Vorrezitenten anschliessen: es geht sicherlich auf dieser Reise über den Rio Negro im Amazonas Gebiet über die Relation zwischen Träumen und Realität, und über das, was der absolute Wille eines Menschen (eines Besessenen?) bewegen kann. Und nicht zuletzt die Welt der Oper treibt den Hauptdarsteller Klaus Kinski entschieden voran. Man kann hier einen Kinski sehen, den man so aus den "Edgar Wallace Filmen" nicht kennt. Ich schliesse mich meinem Vorrezitenten noch einmal deutlich an: "Die Sensibilität, die von Kinski im Film ausgeht, besonders Hinblick auf die Kinder der Indios, seine liebevollen Blicke und seine sanfte Stimme haben mich sehr berührt. Ein wunderbarer Schauspieler mit ganz großem Feingefühl, das ihn in den Augen Dritter nicht selten als überdreht erschienen ließ. Leider!" Wirklich ein toller, ein beeindruckender Film, und das nicht nur für Fans der Oper. Fitzcarraldo im Amazonas 5 von 5 PunktenDer Film zeigt Iquitos wie es war vor 60 Jahren. Die Gegend des Amazonas ist heute noch sehr ähnlich, voll von Mosquitos. Klaus Kinski ist ein hervorragender Schauspieler. "Ich will meine Oper!" 4 von 5 PunktenWenn Klaus Kinski als Brian Sweeny Fitzgerald im weißen Anzug und mit blondiertem Haar sich in einer Kirche eines Amazonas-Städtchens verbarrikadiert, den Turm hinaufrast und von dort wie ein Irrer auf den Marktplatz herunterkreischt: "Ich will meine Oper haben! Die Kirche bleibt solange geschlossen, bis ich meine Oper habe!" - dann ist das nicht nur eine der unvergesslichsten Szenen der Filmgeschichte, sondern ganz allgemein auch eine gelungene Metapher für den Kolonialismus, besonders aber für die Egozentrik und den Größenwahn der Kautschukbarone zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. Die Produktion von Werner Herzogs Film, für den er vier Jahre lang gekämpft hat, und zwar gegen beinahe unüberwindbare Widerstände, ist allerdings nicht ganz frei von diesem egozentrischen und größenwahnsinnigen Kolonialgeist, der bis heute den Indios das Leben zur Hölle macht. Die in dieser Edition enthaltene 90 Minuten-Dokumentation "Die Last der Träume" offenbart all die Katastrophen und Hindernisse, die sich Herzog in den Weg stellten. Beinahe ist sie spannender als der Hauptfilm, und ab einem bestimmten Punkt fragt man sich, wieso Herzog sein Projekt so unerbittlich durchziehen musste und dabei in Kauf nahm, dass Menschen zu Schaden kamen. Großartig sind die Szenen mit Mick Jagger, mit dem der Film ursprünglich geplant und auch zu vierzig Prozent fertig gestellt war. Jagger sollte Fitzcarraldos Gefährten spielen. Dann fiel aber der ursprüngliche Fitzcarraldo-Darsteller wegen einer ernsthaften Krankheit aus und wurde durch Kinski ersetzt. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit war Jagger vertraglich anderweitig gebunden und darum beim zweiten Anlauf nicht mehr mit im Boot. Einige Informationen bleiben dem Zuschauer vorenthalten: es wäre interessant gewesen, zu erfahren, wie hoch die Kosten für die außergewöhnlich lange Produktionszeit nun letztendlich waren, wer ihn finanzierte, aus welchen Gründen die Geldgeber bei der Stange blieben und wie viel der Film eingespielt hat - allein deshalb, um einen Einblick in die Kulturförderung der Siebziger- und Achtzigerjahre zu erhalten. Auch die von Herzog überlieferte Anekdote fehlt, derzufolge die Indio-Komparsen sich dem Regisseur gegenüber anboten, Kinski zu töten, nachdem dieser bei den Dreharbeiten mehrere Tobsuchtsanfälle bekommen hatte. Ein Film wie Fitzcarraldo wäre heutzutage vermutlich nicht mehr realisierbar. |
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Mein liebster Feind - Klaus KinskiDVD von CAPELIGHT PICTURESPreis bei Amazon: EUR 10,99, Angebote ab EUR 7,19 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) Erscheinungsdatum: Juni 2009 |
ProduktbeschreibungCapelight Pictures Mein Liebster Feind, USK/FSK: 12+ VÃ--Datum: 06.12.04 Aus der Amazon.de-RedaktionDer liebste Feind von Filmemacher Werner Herzog war Klaus Kinski, der Muse und Freund sein konnte, durch seine Manie aber auch Feind. Zusammen mit dem exzentrischen Schauspieler, der als markante Figur in Edgar-Wallace-Krimis auffiel und später François-Villon-Gedichten ("Ich bin so wild auf deinen Erdbeermund") seine eindringliche Stimme lieh, realisierte Herzog seine bekanntesten Filme: Aguirre, der Zorn Gottes (1972), Nosferatu - Phantom der Nacht (1978) und Fitzcarraldo (1981). Mit ihm hatte er seine schlimmsten Auseinandersetzungen, die sich vom lauthalsen Anbrüllen zu gegenseitigen Morddrohungen steigern konnten. Sie küssten und sie schlugen sich und das dokumentiert in den spannendsten und eindringlichsten Passagen des Dokumentarfilms die Kamera von Thomas Mauch, der sie auch außerhalb der Klappe bei Aguirre und Fitzcarraldo hat mitlaufen lassen. Das belegen auch die Erzählungen von Herzog selbst, der mit seinem Team zu den Locations seiner Spielfilmdrehs und wegen der abenteuerlichen Bedingungen häufig auf Survivaltours zurückgekehrt ist. Werner Herzog, einer der im Ausland am meisten geschätzten deutschen Filmemacher, lässt auch Kinskis Kolleginnen Eva Mattes, Marie in Woyzeck (1979), und Claudia Cardinale (Fitzcarraldo) zu Wort kommen und schildert die warmen, freundschaftlichen Momente zwischen ihm und seinem ehemaligen Nachbarn aus der Kindheit in Schwabing. Nicht nur ein außergewöhnliches Künstlerporträt, beweist der Film, der auf internationalen Festivals vom Publikum begeistert aufgenommen wurde, dass eine Doku über das Filmedrehen mindestens genauso viel Spannung, Spaß, Drama und Exzess bieten kann wie ein Fictionfilm. --Heike Angermaier 5 Kundenrezensionen:Die einmalige Genialität dieses Duos wird spürbar! 5 von 5 PunktenDie Dokumentation "Klaus Kinski - Mein liebster Feind" von Werner Herzog versucht die Persönlichkeit des Schauspielers Klaus Kinski, sein Wirken in den Filmen Werner Herzogs und die Beziehung zwischen Kinski und Werner Herzog zu beleuchten. Filmszenen aus "Fitzcarraldo", "Nosferatu - Phantom der Nacht", "Aguirre, der Zorn Gottes", filmisches Material, das während der Dreharbeiten entstand, Filmmaterial aus dem Privatarchiv von Werner Herzog, Zwischensequenzen, die Werner Herzog für die Produktion dieser Dokumentation an den Original-Drehorten neu aufnehmen ließ, und Interview-Sequenzen mit Personen, die Klaus Kinski mehr oder weniger nahe standen, sind zu einem dramaturgisch sehr aufwändigen Film zusammengestellt. Herzog versucht als objektiver Zuschauer aus dem Off heraus, die Szenen zu kommentieren, einzuordnen und zu bewerten. Ziel seiner Dokumentation ist es, den Künstler Klaus Kinski herauszuarbeiten. Der sich selbst immer wieder neu erfindende und zur Schau stellende Klaus Kinski sollte ungeschminkt und wahrhaftig für den Zuschauer sichtbar werden. Dieser Versuch ist gänzlich gescheitert. Kinski bleibt ein Rätsel. War er ein kompletter Irrer, ein absolut ekelhafter Egomane und Triebtäter? War er nicht mehr von seinen Rollen zu trennen und spielte am Ende nur noch Rollen? Stieg ihm der Erfolg - oder besser der immer wieder eintretende Misserfolg - zu Kopf, wurde Kinski wahnsinnig, weil die Menschen nicht erkannten, dass er das einzige Genie unter unsagbar schlechten Schauspielern war? Das Hauptproblem dieses Scheiterns ist Werner Herzog. Dieser begnadete Regisseur war nicht nur Ursache der Leistungen Kinskis und Widerpart zur Erreichung von absoluten Glanzleistungen, wie beispielsweise in "Nosferatu", Förderer des Exzentrikers Kinski und Regisseur von dessen Karriere, sondern auch Nutznießer des Wahnsinns von Kinski. Der identifizierte sich derart mit den Rollen der Herzog-Filme, dass sie erst durch ihn zu großen Filmkunstwerken wurden, nur durch ihn wurden die seltsamen Geschichten, meist um Wahnsinnige und Verrückte, erst zu beeindruckenden Werken der Filmgeschichte. Dies verkennt Herzog. Er versucht objektiv zu sein, wo er reinstes Subjekt war. Er versucht Kinski als einen von ihm angeleiteten Schauspieler zu kreieren, wo er doch unter der "Regie" von Kinski erst sein Werk zum Ziel führen konnte. Er versucht immer wieder, Kinski als Hindernis, als wankelmütig, als nahe dem Irrsinn darzustellen. Abseits der Frage, ob das objektiv richtig ist und wahr, verkennt er, dass er genau diesen Schauspiel- oder besser Menschentyp suchte, brauchte und fand, um seine Filme zu drehen. Er verkennt in seiner Darstellung, dass nicht er die einzige geniale Schaffensperiode des Schauspielers Kinski ermöglichte und ihn dazu brachte, diese Rollen auszufüllen, sondern dass Kinski mit seiner Darstellung diese Filme ermöglichte und Herzogs einzige wirklich glänzende Periode als Regisseur von Weltrang schuf. Nicht Kinski wurde von Herzog als Schauspieler neu erschaffen, sondern Herzog als Regisseur geformt. Doch das Scheitern Herzogs ist eine der interessantesten Dokumentationen, die ich kenne. Die Ausbrüche Kinskis, die Präsenz dieses Irren ist so gewaltig, dass sie aus jeder einzigen Filmminute einen Schlachtruf macht: Hier bin ich, bewundert mich. Das Scheitern Kinskis wird aus den Bildern mehr als deutlich. Er wurde nicht gottgleich geliebt und fiel bodenlos, als er das erkennen musste. Herzog wiederum scheint nicht erkannt zu haben, dass die beiderseitige Einflussnahme zu einem einmaligen Ergebnis führte, unwiederholbar und einzigartig. Nie zuvor und nie wieder waren beide so gut. Fazit: Trotz der teils unsäglich blasierten Kommentare Herzogs, trotz der Fehleinschätzung, dass Herzog eine objektive Dokumentation über Kinski und die Beziehung zwischen ihnen zu drehen in der Lage ist, wurde ein Film daraus, den man gesehen haben muss. Intensiver und fanatischer kann eine Berufsauffassung nicht sein - auch wenn sie immer Gefahr läuft, wie im Fall Kinskis, an den Irrsinn heranzureichen. Die eigentliche Leistung der beiden Hauptakteure Klaus Kinski und Werner Herzog kann man allerdings nur erahnen. Wer sie verstehen will, der sollte sich "Nosferatu", "Aguirre" oder "Fitzcarraldo" ansehen. Stefan Erlemann Borderline?! 4 von 5 PunktenIch vermute bei K.K. eine Borderline-Persönlichkeitsstruktur. Gerade diese Dokumentation (mit ihren vielfältigen Szenen) zeigt, wie er mit unglaublicher Selbstdisziplin (ja!) die auseinanderreißenden Empfindungen immer wieder genutzt hat für seine künstlerische Kreativität. - Auch über Herzog, das Verhältnis zwischen beiden oder Publicity-Taktik ließe sich hier nachdenken, aber für mich ist dies vor allem eine für das Verständnis von Kinski unverzichtbare Dokumentation. - Besonders dankbar bin ich für die Stellungnahme von Eva Mattes und die Szene mit dem Schmetterling.. Dieser Mann polarisiert 5 von 5 PunktenKinski.. war mir vorher nie ein richtiger Begriff.. dann entdeckte ich einen Clip auf "youtube" .. den Ausraster beim FITZCARRALDO Dreh.. daraufhin wurde er interessant.. ich fand mehr Infos über ihn und dann auch diesen Film den ich so gut finde das ich ihn mir heute noch ab und zu anschaue. Man kann Kinski hassen oder wie ich bewundern.. Schlagkräftig in allen Situationen. Schade nur das Aufnahmen die auf "youtube" sind auf diesem Film fehlen. Dann könnte man sich ein besseres Bild über ihn machen.. so blieben mir nur die recherschen. Dennoch ein Meisterwerk über einen Unikat der Schauspielerei! Eine nicht ganz selbstlose Denkmalsetzung. 5 von 5 PunktenDie Kinski-Filme sind der Kern des Schaffens von Werner Herzog, die besten unter den unzähligen Filmen Kinskis sind jene, wo Herzog Regie führte. Ein - es ist kaum zu widersprechen - geniales Gespann, dass in verzehrenden Symbiosen fünf Filme geschaffen hat, die in ihrer kunstvollen Reduktion auf das Archetypische, Ursprüngliche und Wilde, sicherlich als zeitlose Geniestreiche gelten können. Selbst der betagte "Aguirre" wirkt heute noch frisch, abenteuerlich und eigen und ist in hundert Jahren gewiss noch ebenso sehenswert. Herzog zehrt in seiner aufregenden Dokumentation "Mein liebster Feind", in der er die vergangenen Jahrzehnte mit Kinski und die turbulente Entstehung ihrer Filme Revue passieren lässt, sicherlich gleichermaßen vom Nachruhm seines "Aguirre" und "Fitzcarraldo", wie vom Nachruhm Kinskis, der nach seinem Tode fast so etwas wie einen Legendenstatus erlangt hat (im direkten Vergleich zu blassen Epigonen wie Ben Becker ist dieser Status nur um so besser begreifbar). Beim Betrachten von "Mein liebster Feind" drängt sich zuweilen der Eindruck auf, dass Herzog, als "Überlebender" des Gespanns, der, obwohl auch sehr durchsetzungsfähig, immer der deutlich Leisere gewesen war, einiges gerade rücken und relativieren möchte: Sicherlich ist "Mein liebster Feind" auch eine späte Auseinandersetzung mit Kinskis autobiographischen Büchern, in denen über Herzog bekanntermaßen wenig Schmeichelndes zu lesen war. Wenn Herzog etwa berichtet, er hätte seinerzeit, bei Entstehung der Bücher, zusammen mit Kinski über die diffamierenden Passagen gelacht und diesen sogar zum Verfassen weiterer Schmähungen angestachelt... Nun ja, wie immer es gewesen sein mag, sie haben oft unter dem Anderen gelitten, aber sie wussten auch, dass der Andere für die eigene Kunst ein großes Glück bedeutet. Sehr interessant aber etwas einseitig... 4 von 5 Punkten...und wie soll es auch schon anders sein, wenn einer der beiden Beteiligten seit fast zwanzig Jahren nicht mehr am Leben ist? Die Filmausschnitte mit Klaus Kinski (vor allem jene, die nicht aus Spielfilmen, sondern vom Set stammen) sind hochinteressant, wobei die Spielfilm-Sequenzen geschickt eingewoben sind und auch gut ausgewählt wurden (vor allem die Szene aus NOSFERATU gefällt mir hier sehr). Werner Herzog, den ich vorher sehr beeindruckend fand, hat sich für mich in der Doku ein ganz kleines bisschen diskreditiert, da er sehr in romantischen Erinnerungen schwelgt und sich zu sehr in den Mittelpunkt des Films bringt. Nun ja - Geschmackssache. Wenn jemand eine Doku über jemanden dreht, mag ich es mehr, wenn das Objekt der Doku (hier Kinski) mehr im Mittelpunkt steht oder aber die Konfrontation zwischen den beiden Polen. Ich habe den Eindruck, Werner Herzog inszeniert sich sehr geschickt in dem Film. Vorher dachte ich immer, Klaus Kinski sei der böse Wüterich und Herzog der ausgeglichene Typ - durch die Doku wurde ich eines Besseren belehrt, weil Herzog manchmal ziemlich gemeine Sachen über Kinski sagt - der sich nicht (mehr) wehren kann. Da gleichzeitig der Eindruck entsteht, Werner Herzog weiss genau, was er in diesem Film tut, wird er wohl auch in Kauf genommen haben, daß er sich ein bisschen unpopulär macht, wenn er über Klaus Kinski herzieht. Ausgleichend ist ja hier die von anderen Rezensenten bereits genannte Schmetterlings-Schluss-Szene, die Klaus Kinski friedlich und zärtlich zeigt sowie Claudia Cardinale und Eva Mattes, die voll des Lobes für Kinski sind und nur positive Dinge über ihn zu berichten haben. Alles in allem finde ich den Film sehenswert (habe ihn bereits dreimal gesehen) und das Werner Herzog nach wie vor tolle und wichtige Filme drehen kann, hat er gerade wieder mit RESCUE DAWN gezeigt...lustig finde ich, daß Hauptdarsteller Christian Bale am Set von einem anderen Film, TERMINATOR 4, ähnlich ausgerastet ist wie es Klaus Kinski früher tat... ;o) |
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Nachtblende - Ungekürzte Fassung
DVD von VZ-Handelsgesellschaft |
5 Kundenrezensionen:Die ultimative DVD von "Nachtblende" ! 5 von 5 PunktenNach etlichen miesen Veröffentlichungen von "Nachtblende" darf man sich hier endlich über die ungekürzte Version freuen. Bild und Ton sind gut und man kann den Film neben der deutschen Fassung auch in der Originalfassung in französisch ansehen. Diverse Extras ( Bildergalerie, Über Nachtblende",Kino-Trailer (dt.Trailer (franz.), Soundtrack, PC-Part, Trailershow) werten diese tolle DVD zusätzlich auf. Kauftipp !!! Wenn die Kunst das Leben nicht nur imitiert... 5 von 5 PunktenWer sich in einen Film von Andrzej Zulawski verirrt, weiss zumeist, was ihn erwartet. Obwohl die meisten seiner Filme im Pariser Exil entstanden sind, haben sie dennoch mit dem, was man üblicherweise von französischen Filmen erwartet, nichts gemein. Da gibt es weder ausgeklügelte Dialoge, charmante Beziehungsgefechte, noch intelligente Handlungen mit Twists and Turns, keine intellektuellen Anspielungen und erst recht keinerlei gallischen Humor. Was es dafür im Überfluss gibt, sind Düsterkeit und Exzesse sowie ein konsequentes Überschreiten von physischen (und psychischen) Grenzen, dass er von seinen weiblichen Hauptdarstellerinnen verlangt. (Und, wie man in einer polnischen DVD-Dokumentation verblüfft miterleben kann, mit Anfällen von primatenhafter Cholerik einzufordern weiss.) Was aber ist es dann, was einen dazu bringen kann, sich dennoch einen Film von Zulawski anzutun? Vielleicht ist es der Reiz herauszufinden, was Schauspielerinnen wie Valérie Kaprisky, Sophie Marceau, Isabelle Adjani und Romy Schneider dazu getrieben haben mag, sich solch einem Regisseur auszuliefern. Weder die Gage dieser durchschnittlichen Mid-Budget Produktionen, noch die Drehbücher können hierfür ausschlaggebend gewesen sein. Vielleicht eher schon der Kitzel, einmal vor der Kamera tatsächlich in Extreme zu verfallen, gedemütigt zu werden und das - als Sahnehäubchen? - auch noch bevorzugt nackt. Wie schon erwähnt, die Geschichten an sich, sind banal und lassen sich überwiegend in einem Satz zusammenfassen -auch Nachtblende (1975) macht da keine Ausnahme: ein desillusionierter Fotograf (Fabio Testi), der sich als Paparazzo übelster Couleur verdingt, trifft auf dem Set eines Pornofilms eine - mittlerweile heruntergekommene - Schauspielerin (Romy Schneider), die er einst bewundert hat und versucht ihr aus diesem Milieu zu helfen, indem er heimlich eine Theaterproduktion für sie subventioniert. E basta! Wie üblich bei Zulawski, ein Aufeinandertreffen zweier gescheiterter Existenzen, die unfähig zur Kommunikation, ja zu irgendeiner Form tieferer Bindung sind. Ein Dilemma, das Zulawski, gewohnt zielstrebig, in Richtung Gewalttätigkeit und Geschrei manövriert. Und dennoch hat dieser Film drei aussergewöhnliche Qualitäten, die dafür sorgen, dass er auch heute noch, immerhin 33 Jahre nach seiner Entstehung, zu fesseln weiss. Zuallererst ist da die grundlegende Disposition, die ihn von Filmen, wie z.B. La femme publique, Mes nuits sont plus belles que vos jours etc., unterscheidet. Während in diesen Filmen die Hauptfiguren nur blindlings in ihrer Misere herumstolpern, sind sie sich in Nachtblende ihrer Situation völlig bewusst und versuchen tastend, stolpernd, zögernd, stürzend und letztendlich scheiternd, dieser zu entkommen, ohne dabei das letzte Quantum an Würde aufzugeben, dass sie sich noch bewahrt haben.. Dass dies nicht von vorneherein zu einem blossem Happening auf Provinztheaterniveau verkommt, ist zunächst einmal Fabio Testi zu verdanken. Dieser Schauspieler, der eher für seine Auftritte in Spaghetti-Western und Polizottos bekannt ist, bietet eine zurückhaltend minimalistische Darstellung, die seine Figur in die vergleichbare Nähe existentialistischer Vorgänger, wie Bernard Rieux und Meursault rückt und auch heutzutage noch überraschend und bemerkenswert ist. Was den Film aber über die Zeit rettet - in beiderlei Wortsinn - ist seine Protagonistin. Hier wird weder gespielt, noch dargestellt, hier verwischt radikal und endgültig die Grenze zwischen Figur und Persönlichkeit und das bis zu einem Punkt, an dem es schmerzt zuzusehen. Die schonungslose, ungeschminkte Offenheit, mit der Romy Schneider den Zuschauer mit einer Intimität, die (fast schon) jenseits jeglichen Voyeurismus liegt, konfrontiert, macht es unmöglich zu erkennen, wo die Rolle endet und der Mensch dahinter zum Vorschein kommt. Verzweiflung, Selbstzweifel, Lebensangst, Schmerz, Koketterie, Verführung, Resignation, Aufgabe, Ekel, Sehnsucht und Verlorenheit, Momente zerbrechlicher Hoffnung und ein unbändiger Wille zu überleben, irrlichtern noch durch die kleinste Geste, den beiläufigsten Blick und verweben sich nachhaltig mit den allseits bekannten, biographischen Fakten und lassen alle anderen Rollen, die sie als Schauspielerin verkörpert hat, bis zur Unkenntlichkeit verblassen. Sollte dies nur Schauspiel gewesen sein, ist es zweifellos eine erschreckend aussergewöhnliche Glanzleistung. Falls nicht, hat sich hier ein Mensch der öffentlichen Betrachtung ausgeliefert, nackt bis tief unter die Haut und von einer gnadenlosen Verletzlichkeit, die erschüttert und bewegt. PS: Der Vollständigkeit halber, sollte erwähnt werden, dass in diesem Film auch noch Jacques Dutronc, der berühmte Theaterregisseur Roger Blin und - in einer seiner sensibelsten Darstellungen - Klaus Kinski auftreten. Nachtblende 5 von 5 PunktenEin beeindruckender Film. Ich bin ein Romy Schneider Fan. Nachtblende - Ungekürzte Fassung der Film ist nicht uncut 3 von 5 Punkten1) ich habe mir gerade 'die Viererbande' von Jacques Rivette angeschaut: angehende Frauen um die 20, die Schauspielerin werden wollen, erleben ein Gefühlschaos und verbessern dadurch ihr eigenes Theaterspiel bei der 'Nachtblende' erlebt die Heldin ebenfalls ein Gefühlschaos, ist aber um die 30 und bereits ausgebildete Schauspielerin obwohl diese ihre Rolle im Ensemble auf höchstem Niveau darbietet, bleibt der Erfolg aus in ihrem Privatleben wird sie mit den zuvor inszensierten Schicksalschlägen, diesmal in echt, konfrontiert Romy Schneider musste sich also bei den Dreharbeiten selbst überbieten ein an sich unmögliches Vorhaben der ganze Film ist unmöglich, allein die skurilen Typen, die da rumlaufen ... Wertung 5 von 5 Punkten 2) der Film lief früher im Fernsehen und da erinnere ich mich an Nacktszenen von Romy Schneider, die jetzt fehlen DEFINITIV NICHT UNCUT 3) in meiner Erinnerung wird Romy photographiert (siehe Hülle der DVD) und diese Bilder erscheinen in einer Zeitung, wofür sich der Photograph, der mittlerweile in Romy verliebt ist, rechtfertigen muss (das fehlt komplett! bin mir aber nicht mehr sicher; das Coverphoto taucht jedenfalls nicht im Film auf) Wertung 1 von 5 Punkten ....... macht 3 Punkte Was zählt ist die Liebe 5 von 5 PunktenFILM "Nachtblende" aus dem Jahr 1975 (Originaltitel "L'important c'est d'aimer") ist ein Melodram des polnischen Skandal-Regisseurs Andrzej Zulawski. Keine leichte Kost, ein ganz besonderes Melodram. Schwerfällig und missmutig, düster und depressiv. Ein Film den man entweder hasst oder liebt. STORY Der Fotograf Servais (Fabio Testi) lernt bei Dreharbeiten die erfolglose Nadine (Romy Schneider) kennen. Servais ist vom Anmut der Nachwuchsschauspielerin überwältigt. Er versucht der gebrochenen Frau näher zu kommen. Nadine ist allerdings nur auf schnellen Sex aus da sie verheiratet ist. Ihr Mann ist der impotente und manisch-depressive Schauspielert Jacques. Um trotzdem mit ihr zusammen sein zu können produziert er mit ihr und dem deutschen Schauspieler Karl Zimmer (Klaus Kinski) ein Theaterstück. Das finanziert er mit Pornoaufnahmen. Die Premiere wird ein Fiasko. Jacques nimmt sich das Leben. Servais zerbricht an der unerfüllten Liebe. Nadine entdeckt das sie doch lieben kann, aber haben diese Worte noch eine Bedeutung? DVD Das Bild ist für das Alter des Films in Ordnung. Der Ton lässt allerdings ein bisschen zu wünschen übrig, das ständige Rauschen nervt manchmal ein wenig. Der Film ist in der französischen Originalfassung, sowie synchronisiert in deutsch und englisch zu sehen. Als Bonus gibt es eine Bildergalerie, den deutschen und französischen Trailer, eine Trailershow und Hintergrundinformationen. FAZIT Am Anfang des Films bringt Nadine die Worte nicht über die Lippen. Sie scheinen nichts zu bedeuten, klingen wie eine Lüge, wie ein Schlag ins Gesicht. Gefangen in einer blutleeren Beziehung zu einem Mann der nicht fähig ist sich oder andere zu lieben, zerbricht Nadine daran das es in ihrem Leben keine Liebe gibt. Jeder Versuch ihrem Mann nahe zu kommen führte nur zu noch mehr Leere. Erst als sie den Fotografen Servais kennen lernt, wird etwas in ihr wach. Sie lernt wieder zu lieben und ist sogar in der Lage es auszusprechen. Haben die Worte "Ich liebe dich" vielleicht doch eine Bedeutung? Brutal, nackt, obsessiv und intensiv. Ein Filmgenuss der komplizierteren Art. Wie gesagt ist "Nachtblende" keine leichte Kost. Der Film ist ein wahrer Schauspieler-Film, denn er lebt von den grandiosen Darbietungen von Romy Schneider, Klaus Kinski und den anderen Darstellern. Ganz grosses Kino, prädikat: besonders wertvoll! |
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Klaus Kinski Collection - Limited Edition - 6 Klassiker in einer Sammlung
DVD von BEST |
ProduktbeschreibungBest Entertainment Klaus Kinski Collection - Metallbox (6 Filme), USK/FSK: 16+ VÃ--Datum: 13.02.06 2 Kundenrezensionen:gorgo 1 von 5 PunktenDumpf zusammengewürfelte, viert-bis sechstklassige Auswahl von Kinski-Auftritten in irgendwelchen Schrottfilmen. Einzige Ausnahme:" Sartana-Töten war sein täglich Brot", wo er mal einen fast liebenswürdigen Charakter als ewig glückloser Glücksspieler spielt. Klaus Kinski light 2 von 5 PunktenIch behaupte einfach mal, jemand der sich eine "Klaus Kinski Collection" zulegen will, der möchte auch einiges von Klaus Kinski sehen. Aus diesem Grund sollte man sich den Kauf dieser Collection besser zweimal überlegen. Denn in einigen dieser Filme taucht Kinski nur kurz auf (Adios Companeros, 3 Amen für den Satan) oder beißt ziemlich früh ins Gras (Mörderbestien). Bester Film in der Sammlung ist wohl "Sartana - Töten war sein täglich Brot". "Ein Einsamer kehrt zurück" und "1000 Dollar Kopfgeld" sind auch noch in Ordnung. Insgesamt ist diese Zusammenstellung also nicht voll überzeugend, zumal die Filme angeblich (habe nie andere Fassungen gesehen) gekürzt sind. Also lieber einen oder zwei der Filme einzeln kaufen! |
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Woyzeck
DVD von Kinowelt GmbH |
ProduktbeschreibungEine kleine Garnisonsstadt Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Offiziersbursche Woyzeck genial verkörpert von Klaus Kinski verdient mit allerlei Nebentätigkeiten etwas Geld, um Marie und sein uneheliches Kind zu ernähren. Doch dann betrügt ihn Marie mit einem Major. Woyzecks Eifersucht und Verzweiflung sind grenzenlos... Basierend auf einem authentischen Mordfall des 19. Jahrhunderts. Aus der Amazon.de-RedaktionIn Werner Herzogs Filmen werden die Figuren häufig einer physisch enormen Herausforderung unterzogen, die auf die Überprüfung ihrer Belastbarkeit hinaus will. In dem auf Georg Büchners unvollendetem Drama Woyzeck basierenden Film jedoch, ist die Belastung rein introspektiv. Klaus Kinski spielt den Woyzeck, einen verstörten Soldaten, der dubiosen wissenschaftlichen Experimenten und der Misshandlung durch seine Vorgesetzten ausgeliefert ist. Er findet seine einzige Zuflucht in der Liebe zu Marie (Eva Mattes). Als er an ihrer Loyalität zu zweifeln beginnt, schlägt seine Eifersucht schnell in Mordlust um. Der Film ist formal ungewöhnlich einfach gehalten und erfordert von seinen Schauspielern durch die oft lang anhaltenden Einstellungen eine starke Präsenz. Sowohl Kinski als auch Mattes füllen ihre Rollen aus. Eva Mattes erhielt beim Filmfestival von Cannes die Auszeichnung zur besten Nebendarstellerin, Kinski selbst erzeugt das erschütternde Porträt einer zutiefst verzweifelten, fragilen Seele. Obwohl vor allem für seine Exzesse bekannt, erinnert uns Kinski an seine Fähigkeit zur lebhaften Darstellung des gesamten Spektrums menschlicher Empfindungen. --Bret Fetzer 5 Kundenrezensionen:Keine leichte Kost, aber große Schauspielkunst! 4 von 5 PunktenDer "Woyzeck"-Stoff begegnete mir erstmals als Teil des Abitur-Literaturunterrichts. Vielleicht überfordete Büchners Dramenfragment uns 17jährige, einen direkten Zugang fand zumindestens in jenen Jahren wohl keiner so recht. Dieser Zustand haben sich mittlerweile geändert und dazu beigetragen hat in meinem Falle nicht unerheblich dieser Film von Werner Herzog. Unmittelbar nach Beendigung des Films "Nosferatu - Phantom der Nacht" fanden die nur zweieinhalb Wochen dauernden Dreharbeiten im pittoresken tschechischen Städtchen Telc statt. Klaus Kinski, nach der Darstellung des Vampirs fast noch kahlköpfig und sichtlich gezeichnet, irrlichtert mit flackerndem Blick, einer fast körperlich spürbaren Eindringlichkeit und einer geradezu beängstigenden Mimik der Katastrophe entgegen. Natürlich dominiert seine Präsenz den Film, dies sollte jedoch nicht davon ablenken, dass auch die Nebenrollen mit Eva Mattes als Marie, Willy Semmelrogge als skrupelloser Doktor und Wolfgang Reichmann als Hauptmann bestens besetzt sind. Josef Bierbichler als Tambourmajor fällt dahingegen etwas ab, da beeindruckt schon eher der Monolog Volker Prechtels, der als betrunkener Handwerksbursche über den Lauf der Welt sinniert. Mit Sicherheit ist "Woyzeck" kein Film für den Massengeschmack, dafür mutet er dem Zuschauer zuviel zu. Da wären einerseits die teilweise minutenlangen Einstellungen in der Totale bar jeglichen Schnitts, die Verwendung des Originaltexts, der schon aus Altersgründen nicht eingängig ist und die stellenweise doch recht dominierende Fiedel-Musik. Dennoch: Dies hier ist Kunst, die vor allem von ihrem genialen Hauptdarsteller lebt. Einige Sequenzen, vor allem die Mordszene, gehören zum Intensivsten, was das deutsche Arthaus-Kino hervorgebracht hat. Darauf muß man sich einlassen können, damit muß man sich auseinandersetzen. Denn "Woyzeck" ist mehr als nur ein Drama. Sozialstudie, Psychogramm, Kriminalfall, Eifersuchtskatastrophe, Sitten- und Geschichtsgemälde. Ein unterschätztes Meisterwerk unter den fünf Kollaborationen Herzogs mit Kinski, lohnenswert, darin einzutauchen. Dann sieht man auch großzügig darüber hinweg, dass im eröffnenden Kameraschwenk deutlich Fensehantennen und Baukräne zu erkennen sind... Das Bild der DVD ist kontrastreich und farbenfroh, der Mono-Ton vertretbar. Das Bonusmaterial ist nicht ganz glücklich zusammengestellt, bietet jedoch trotzdem interessante Einblicke in Dreharbeiten und Hintergründe. Werkgetreue Verfilmung des ersten deutschen Sozialdramas 3 von 5 PunktenMit "Woyzeck" gelang Werner Herzog eine werkgetreue Adaption des Georg Büchner Sozialdramas. In der Titelrolle brilliert der deutsche, für seine Exzentrik bekannte Schauspieler Klaus Kinski, der vor "Woyzeck" bereits drei Filme mit dem nicht minder eigenwilligen Herzog gedreht hatte. Nur eine Woche vor Drehstart der Büchner-Verfilmung beendeten sie ihr gemeinsames Projekt "Nosferatu: Phantom der Nacht", eine Rolle, die Kinski enorm viel abverlangte. Doch diese Tatsache half dem deutschen Marlon Brando, sich besser in seine neue Rolle hineinversetzen zu können, denn diese Ausgelaugtheit und Passivität, die er als Woyzeck an den Tag legt, ist nur zum Teil gespielt. An seiner Seite begeistert vor allem Eva Mattes als Marie, die sogar bei den Filmfestspielen von Cannes 1979 den Preis als beste Nebendarstellerin entgegen nehmen konnte. Von Beginn an legt Herzogs Film eine absolute Trostlosigkeit an den Tag. Beginnend mit dem Schwenk über das Städtchen, etabliert Herzog den Handlungsort. Direkt darauf folgt der filmisch gesehen vielleicht überzeugendste Part, nämlich der Vorspann, in dem Kinski als Soldat Franz Woyzeck mit unerbittlicher Härte gedrillt wird. Die Szene wirkt direkt verstörend und unbequem auf den Zuschauer, untermalt von einem sehr atmosphärischen, unharmonisch klingenden Fiedel-Thema, das einem schon sehr früh den mentalen Zustand des Protagonisten deutlich macht. Der Vorspann ist mit erhöhter Geschwindigkeit gefilmt, wodurch sie mit den Klängen der Musik noch unheimlicher wirkt. Dennoch wirkt die Szene auch in gewisser Weise humorvoll. Die Szene gibt sozusagen den Ton für den restlichen Film vor, in dem der von Wahnvorstellungen heimgesuchte Woyzeck geschunden wird. Stilistisch bewegt sich der Film auf recht einfachem Niveau im Vergleich zu Herzogs anderen, visuell weitaus beeindruckender wirkenden Werken. Der Film wirkt bisweilen extrem statisch, da Herzog ewig lange Einstellungen verwendet. Insgesamt enthält der 80 Minuten lange Film nur die rekordverdächtige Anzahl von 27 Schnitten, nur die allerwenigsten Einstellungen sind in Bewegung. Somit ordnet sich der Regisseur seiner Hauptfigur regelrecht unter, denn Werner Herzog geht es nicht darum, den Zuschauer zu unterhalten, sondern ein durch und durch stimmiges Charakterporträt zu zeichnen. Das ist bisweilen nur schwer verdaulich, doch wenn man seine Intention zu verstehen versucht, auch genial gemacht. Trotzdem wirkt die Regie teils gelangweilt, auch wenn man das als übertriebenen Stilwillen bezeichnen kann. Die Außenszenen wirken oft nahezu menschenleer, obwohl die im Film dargestellte Stadt nicht unbedingt die kleinste ist. Dadurch erhält "Woyzeck" ein zusätzliches beklemmendes Element, da die Größe mit einer gespenstischen Leere gegenüber gestellt wird. Doch "Woyzeck" ist vor allem eine One-Man-Show. Die nachhaltige Wirkung des Films geht zum größten Teil auf die Rechnung von Klaus Kinski, der mit seiner Rolle die Grenzen überschreitet. Er spielt nicht nur diese bemitleidenswerte Figur, er wird zu ihr. Schon in der ersten Einstellung des Vorspanns erblickt man den Wahnsinn in Kinskis Augen. Ein Blick in sein Gesicht genügt, um diesen Charakter verstehen zu können. Seine Mimik, seine ganze beängstigende Präsenz wirkt auch noch nach dem Film weiter. Ohne Zweifel trägt er den Film, er macht einen großen Teil der immensen Intensität aus. Kinskis elektrisierende Performance erhält ihren unbestreitbaren Höhepunkt in der Mordszene am Ende, die unerträglich brutal ist, jedoch kommt sie ähnlich wie Hitchcocks "Psycho" Duschszene ohne grafische Details aus. Sie ist verlangsamt gefilmt und lebt im Prinzip von Kinskis Darstellung. Sein Blick drückt absoluten Wahnsinn und innere Zerrissenheit aus, dass es dem Zuschauer Angst und Bange wird. Eva Mattes gibt ebenfalls eine mehr als solide Leistung ab, kann jedoch nicht mit der von Kinski konkurrieren. Trotzdem erfüllt sie voll und ganz ihr Soll und stellt Marie perfekt dar. Herzog arbeitet mit dem Originaltext, wodurch der Film zwar noch gewöhnungsbedürftiger wird, dafür aber auch authentischer. "Woyzeck" ist einer der unbekannteren Werner Herzog Filme. Er ist fordernd und regt zum Denken an, dies ist jedoch größtenteils Klaus Kinskis und natürlich Georg Büchners Verdienst, denn Herzog ordnet seine Regie dem Thema völlig unter. Der Film bleibt somit hauptsächlich wegen Klaus Kinskis Darstellung in Erinnerung, die Verfilmung an sich ist solide, auch wenn sie gelegentlich Herzogs großes visuelles Talent aufblitzen lässt. Ein schwindelerregendes Schauspiel 4 von 5 PunktenNicht im Entferntesten würde man vermuten, dass der Zeitunterschied zwischen dem Dreh von ?Nosferatu" und ?Woyzeck" nur lächerliche 5 fünf Tage beträgt. Man bemerkt weder eine Ausgelaugtheit Herzogs noch ein Leergebranntsein Kinskis, der in beiden Filmen die Rolle des Protagonisten übernimmt, wenn auch für Woyzeck zuerst Bruno S. vorgesehen war. Im Gegenteil, der von Herzog als ?Großer Vernachlässigter des Neuen Deutschen Films" bezeichnete Künstler überzeugt durch eine schauspielerische Leistung, die sich durch enorme Glaubhaftigkeit und Intensität auszeichnet. Nicht nur dem Hauptmann schwindelt es vor den Menschen, sondern ebenso dem Zuschauer, wenn er in das verzerrte, exzentrische Gesicht Woyzecks, bzw. Kinskis blickt. Für mich verkörpert dieser den perfekten Woyzeck, sowie sich auch Eva Mattes als die optimale Besetzung für ?Marie" herausstellt, was sich spätestens auf den Filmfestspielen von Cannes 1979 bestätigte. Auch wenn die musikalische Untermalung der Szenen oft bizarr bis unpassend erscheint, so gelingt es Herzog dennoch durch das Setzen von musikalischen Klammern, das Stück gelungen zu umrahmen und abzurunden. Auch die von dem ein oder anderen als primitiv geschimpften, sich scheinbar nie ändernden Kameraeinstellungen und der unsanfte Sequenzwechsel sind doch, mit Logik betrachtet, auf den Fragmentcharakter des büchnerischen Werkes zurückführen, bei dessen visueller Umsetzung sich Herzog in Originaltreue übt. Hinsichtlich des Textes gibt es kaum Abweichungen zu der Dramenvorlage Büchners. Die einzig einschneidende Veränderung, die Herzog vorgenommen hat, ist die Umstellung der Sequenzfolge, welche einen neuen, inhaltlich besser nachvollziehbaren Handlungsablauf darlegt. In dieser Verfilmung Woyzecks gelingt es in expliziter Weise die Demütigung und Determiniertheit des Füsiliers darzustellen, was wohl nur durch das stimmige Zusammenwirken von schauspielerischer Leistung und Eigenvermögen des Regisseurs ermöglicht wird. Klassische Deutsche Literatur und Neuer Deutscher Film - vom Feinsten 5 von 5 PunktenMan muß sich klar machen, daß Werner Herzog der absolute Büchner-Woyzeck-Fan ist (und das meiner Ansicht nach zu Recht). Woyzeck sei das einzige wirklich haltbare Theaterstück der deutschen Literatur, behauptet Herzog sinngemäß in dem mündlichen Kommentar zum Film (der zu den wertvollen Extras der DVD gehört). Sehr gut! dieses Drama würde noch nach Jahrhunderten seine Geltung bewahren. Da kann man nur sagen Leider ja - da ja die dt. Gesellschaft Beziehungsdramen nach wie vor rein psychiatrisch und juristisch abhandelt, und die Grundproblematik, die solche Dramen real erzeugt, immer noch virulent ist (und implizit lt. Werner Herzog weiterhin virulent bleiben wird!). Es ist dies (meines Wissens) offenbar kein adäquates Thema für die Soziologie, die Thematik wird der Psychiatrie und den Juristen überlassen. Da kommen sich die soziologischen Universitätsmenschen vermutlich zu vornehm dazu vor, obwohl fast jeden Tag eine Kurzmeldung über ein Beziehungsdrama in den Zeitungen erscheint. Folglich bleiben nur so angeblich kuriose Leute wie (Dramatiker) Georg Büchner (1836), (Filmemacher) Werner Herzog (1979), und (Filmemacher) R.W. Faßbinder (Beziehungsfilme in den 70er Jahren) für dieses Thema - auf eine ansatzweise soziologische Weise - zuständig. Es handelt sich bei dem Herzog-Film um eine absolut geniale und absolut adäquate Verfilmung von Georg Büchner! Klaus Kinski ist die wahrlich beste Rollenbesetzung für den armen Teufel, der hier um sein Leben geprellt wird. Die Marie (gespielt von Eva Mattes und dafür mit Goldener Palme preisgekrönt), sein einziger Lebenslichtblick, verliebt sich in einen Klaus Kinski ein Woyzeck der überzeugt 4 von 5 PunktenWerner Herzog hat in seiner Literaturverfilmung von Büchners Woyzeck die wohl passendste Besetzung für die Rolle des Woyzeck gefunden. Klaus Kinski in der Rolle des Woyzeck überzeugt so sehr, dass man das Gefühl hat er würde eins mit der Dramenfigur der Unterschied zwischen Schauspieler und Hauptfigur des Dramas ?verschwimmt" fast bis zur Unkenntlichkeit. Sehr deutlich zeigt Klaus Kinski dem Zuschauer wie verhetzt und in Eile Woyzeck jedes Mal ist, das erinnert an den Hasen von Alice im Wunderland, der immer wieder ganz verhetzt zu verstehen gibt: er habe doch keine Zeit, nur das es bei Woyzeck keiner Worte bedarf und Klaus Kinski allein durch seine Mimik, seine Körperhaltung und Bewegungen dem Zuschauer vermittelt, dass er mal wieder in Eile ist. Aber nicht nur Klaus Kinski, sondern auch Werner Herzog verdient Lob, denn er hat es dem Zuschauer ermöglicht Kinski in dieser Rollenbesetzung zu sehen. Des Weiteren hat Herzog es geschafft, durch die Szenenfolge sehr deutlich zu machen, wie Woyzeck sich immer mehr in den Wahnsinn hineinsteigert, bemerkenswert ist dabei, dass Herzog keine Literatur von Woyzeck gelesen, sondern die Szenenfolge selbständig erarbeitet hat. Und nicht nur Klaus Kinski, sondern auch die anderen Schauspieler wie Eva Mattes als Marie, Wolfgang Rüchmann als Hauptmann und Willi Semmelrogge in der Rolle des Arztes überzeugen und stellen ihr schauspielerisches Talent dar. Dieses ?Echtwirken" der Schauspieler, wird durch die Filmkostüme unterstrichen, welche sehr authentisch wirken und dem Zuschauer ermöglichen ganz in ?die Welt des Woyzecks" einzutauchen. Alles in allem ist die Verfilmung von Herzog sehr gelungen und durchaus empfehlenswert. |
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Kinder, Mütter und ein General
DVD von 3L Film GmbH & Co. KG |
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Leichen pflastern seinen Weg
DVD von KINOWELT |
ProduktbeschreibungKinowelt Leichen pflastern seinen Weg, USK/FSK: 18+ VÃ--Datum: 25.09.01 5 Kundenrezensionen:Spannungsfrei mit unerwartetem Ende! 1 von 5 PunktenSicher kann man über die Geschichte,welche erzählt wird,geteilter Meinung sein. Aber aus meiner Sicht wird hier eine nicht gerechtfertigte Lobeshymne für einen unterdurchschnittlichen Film gespielt. Zum einen wird die Handlung,welche durchaus Charakter hat,zu zweidimensional und flach erzählt. Auch wird nicht im geringsten eine Spannung aufgebaut welche den Zuschauer in seinen Bann zieht. Dem Film fehlt eine gewisse dreidimensionalität oder auch plastizität. Zu geradlinig verläuft der Faden durch eine Geschichte,welche sich schwer tut etwas fahrt aufzunehmen. Selbst Kinski,der wohl erfolgreichste Choleriker seiner Zeit,bleibt weit unter seinen Möglichkeiten. Zum zweiten schafft es der Musikalische Beitrag von Ennio Moricone nicht der Handlung ausreichend leben einzuhauchen.Es reicht eben nicht wenn der Name draufsteht. Da hat Moricone in anderen Werken seine Einzigartigkeit deutlich besser unter Beweiß gestellt.Sorry Ennio! Das Ende ist zwar eine kleine,wenn auch skurile,Überaschung jedoch unterstreicht gerade diese Überaschung mit Nachdruck das es sich um einen Film mit stark depressiven Gesicht handelt. Gerade dieser unerwartete geschichtliche Verlauf,welcher auf der Flatline einen Ausschlag nach oben bewirkt, ist paradoxer Weise gleichzeitig der Punkt welcher dem erzeugtem Ausschlag den gar ausmacht. Da der Schluss sich nahtlos in die Kontrastlosigkeit des Gesamtbildes einfügt kommt die Überaschung nicht wirklich zum tragen.Sie beraubt den Zuschauer nunmehr auch noch seiner Befriedigung welche sich auf Gerechtigkeit begründet und verleit somit der Depressivität weitern Auftrieb.Das hat zur Folge das die Stimmung sich über den ganzen Film kaum ändert.Das macht Ihn zäh,langatmig,geradezu langweilig und Farblos! Die Bild und Tonqualität ist gut.Da gibt es schlechtere Umsetzungen auf DVD! Mein Fazit : Aus der Geschichte wäre mehr zu machen gewesen. Sergio Corbucci,Ennio Moricone und Kinski haben schon mehr begeistert. Die anderen Akteure sind zwar gut aber nicht gut genug um die enormen Defizite rauszureißen. Auch ist mir schleierhaft warum dieses Werk mit FSK 18 verkauft wird? Ich sehe da keine Notwendigkeit. Also ich bin der Meinung das (der Ur-)"Django";"Spiel mir das Lied von Tod";"Für eine Handvoll Dollar" u.s.w.wesentlich sehenwerter sind. Die Defizite sind zu groß als das ich mehr als einen Stern vergeben könnte. Ich kann dieses "Meisterwerk" nicht empfehlen! Überbewertet? 2 von 5 PunktenEiner der am meisten zitierten und diskutierten Italo-Western, den Fans des Genre sicher als "Must see" sehen. Die Handlung ist Klassenkampf in Reinkultur. Ein harter Winter zwingt die Bewohner einer gottverlassenen Gegend in Utah zur Wegelagerei. Kopfgeldjäger machen im Auftrag der Bourgeoisie und im Namen des Gesetzes erbarmungslos Jagd auf die eigentlich recht harmlosen Banditen, unter ihnen der von Klaus Kinski gespielte Loco, der sich durch besonderen Zynismus hervortut. Da kann auch der korrekt denkende Sherriff nur wenig ausrichten. Die Antwort des hungernden Proletariats läßt nicht lange auf sich warten. Der stumme Silence, der zudem noch eine Rechnung mit dem Friedensrichter offen hat, wird engagiert, um Rache zu üben... Es ist nicht falsch, politische Inhalte, egal ob konservativ oder marxistisch, mit einem Film zu verknüpfen. Das Problem ist hier, es findet auf eine etwas platte Weise statt, die immer mal wieder etwas zu sauer aufstößt. Die hungernden Banditen werden hemmungslos als Gutmenschen dargestellt, die eigentlich nur etwas zu essen wollen, und dabei der Mordgier der skrupellosen, vom Friedensrichter finanzierten Kopfgeldjäger zum Opfer fallen. Dabei entschädigt die in meinen Augen ordentliche (aber nicht brilliante) Darstellung des Loco durch den leider synchronisierten Kinski o.g. Manko nur zum Teil. Dazu kommt noch, dass die Dialoge zumindest in der deutschen Synchronisation extrem hölzern wirken und dem Film stellenweise eine aufgesetzte, unglaubwürdige Szenerie geben. Der Film hat seine Befürworter, was man verstehen kann, wenn man die stramm patriotischen Konkurrenzprodukte aus den USA als Maßstab sieht, oder das Entstehungsjahr 1968 bedenkt. Auch die Idee, den Film im tief verschneiten Utah, statt vor typisch mediterranem Hintergrund spielen zu lassen kann man als originell bezeichnen, ebenso das spektakuläre Ende, den stummen Helden sowie die Seitenhiebe auf Sergio Leone. Nichtsdestotrotz ist der Streifen weit entfernt vom Meisterwerk. Abgesehen von den lahmen Dialogen, es fehlt einfach die Spannung aus "Spiel mir das Lied vom Tod" oder die apokalyptische Atmosphäre beim originalen "Django" (ebenfalls von Corbucci). Außerdem, bis auf Kinski hätten die anderen Rollen mehr herausholen können, und selbiger bleibt streng genommen auch unter seinem diabolischen Limit. Die Musik von Morricone finde ich übrigens wenig erhellend. Der war anderen Ortes imposanter. Zwei Punkte für das letzte Drittel des Filmes, aber sonst wenig Licht. Depressives und pessimistisches Meisterwerk 5 von 5 PunktenWenn die Rede vom Italo-Western ist, wird ständig auf die Klasse der vier Sergio Leone Filme hingewiesen: Für eine Handvoll Dollar (Per un pugno di dollari), Für ein paar Dollar mehr (Per qualche dollaro in piu), Zwei glorreiche Halunken (Il buono, il brutto, il cattivo) und Spiel mir das Lied vom Tod (C'era una volta il West). Parallel nennt der Kritiker noch gern Corbuccis Django. Zweifelsohne handelt es sich hier auch um Meisterwerke, was allerdings leider meist übersehen wird ist: dass über diesen fünf genannten noch ein weiterer Italo Western steht: Leichen pflastern seinen Weg (Il grande silenzio) Dieser Film ist innerhalb des Genres der wohl depressivste und meist anklagende Beitrag den es jemals gab. Corbuccis Western ist mehr als ein dreckiger, düsterer und gemeiner Genrebeitrag, er zielt in weitere Bereiche, die eine Abgrundtief böse Message vermitteln. Corbuccis Film zeigt eine undurchdringliche Schneelandschaft, wie dieses auch José Romero Marchent in Todesmarsch der Bestien praktizierte. Dieses trägt sehr stark zu der, wie oben beschrieben, düsteren und gemeinen Atmosphäre bei, welche dem Film mehr als gut tut. Ein Dorf innerhalb von Utah ist geplagt von Hunger und Not, demnach bleibt den Ärmsten der Armen nichts anderes übrig als zu stehlen um zu überleben. Der Staat sieht dieses als beabsichtigtes Verbrechen und um diesem Einhalt zu gewähren setzt man Belohnungen aus, welche skrupellose Kopfgeldjäger auf den Plan rufen. Nachdem ein weiterer junger Mann von dem Kopfgeldjäger Loco getötet wird, bittet dessen Witwe den stummen Silence (der Kopfgeldjäger hasst) Loco zu töten Silence, gespielt von einem brillanten Jean-Louis Trintignant, tritt zu einem Kampf an, den er nicht gewinnen kann und zum Ende von Loco regelrecht hingerichtet wird. Bis es soweit ist spielt Corbucci einige Metaphern aus. Er prangert Hexenverfolgung und Christentum in gleicher Weise an, wie Verrat und Irrglaube. Der Schlusspart des Films, in dem Silence getötet wird, ist dem einer Kreuzigung gleichzustellen. Das Leiden von Silence wird von Corbucci perfekt in Szene gesetzt. Corbucci zeigt mit Leichen pflastern seinen Weg seine Geschichte über Jesus. Silence ist die einzige Hoffung in einem moral- und skrupellosen Land, er kommt für die Gejagten als Hoffungsträger, als eine Art Messias um das Land von seinem Leiden zu erlösen. Diese Hoffnung wird zum Ende des Films im Keim erstickt. Silence stirbt und Loco und die Kopfgeldjäger ziehen weiter Man spürt die Kälte regelrecht.... 5 von 5 Punkten... was nicht nur an Morricones unverwechselbarem Soundtrack liegt. "Leichen pflastern seine Weg" (eigentlich hätte man den Originaltitel "Il grande silenzio" auch behalten können)ist ein Film, in dem kein Clint Eastwood oder John Wayne angeritten kommt um alles zum Guten zu wenden. Viel mehr ist es eine politische Aussage im Kontext der 68er Generation. Es gibt kein "Gut" oder "Böse" in diesem Film, auch wenn die typische Rollenverteilung dies annehmen lässt. Kinski als "böser" Kopfgeldjägr und Trintignant als "guter" Rächer begehen beide keine Straftaten im Sinne des Gesetzes. Es sterben in diesem Film ausschließlich die "Gesetzlosen" und die "Verbrecher" bzw. diejenigen, die vom Gesetz zu solchen erklärt werden. "Il grande silenzio" entstand zu einer Zeit, als Sergio Corbucci noch als politischer Regisseur galt, dessen Filme Aussagen im Sinne des Zeitgeistes enthielten. Schon allein dadurch fällt es aus der Masse der Italowestern heraus, die eigentlich fast nur zur abendlichen Unterhaltung gedreht wurden und immer dem selben Strickmuster genügten. Der Film mag heute etwas merkwürdig und auch etwas verstörend wirken, aber in Sachen Realismus dürfte er den meisten Hollywoodwestern überlegen sein. Corbucci zeigt "how the west was won". Ungekürzt? 4 von 5 PunktenDen Film sah ich vor Jahren. Kinski begeistert auch heute noch mit seinem realistischen Zynismus. Allerdings fehlen mir Szenen oder kurze Passagen. In meiner Erinnerung war da mehr. Wie gesagt, es ist lange her, daß der Film im Kino lief. Ob ungekürzt der richtige Begriff ist?! |
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Aguirre, der Zorn Gottes
DVD von ARTHAUS |
ProduktbeschreibungPeru im 16. Jahrhundert Eine Gruppe spanischer Eroberer sucht im Amazonasgebiet nach dem sagenhaften Goldland "El Dorado". Unterführer Lope de Aguirre Klaus Kinski wird mit einem Trupp zur Erkundung und Nahrungssuche ausgesandt. Tagelang quälen sich die Männer mit dem Floß vorwärts. Doch Auguirre denkt gar nicht daran, zum Haupttrupp zurückzukehren, sondern erzwingt eine Rebellion. Sein Ziel ist die Errichtung eines idealen Staates und die Zeugung eines neuen Menschengeschlechts. Größenwahnsinnig erklärt er den spanischen König Philipp II. für abgesetzt und nennt sich selbst den "Zorn Gottes". Mit seinen Soldaten lässt er sich flussabwärts treiben. Hunger, Fieber und Indianerüberfälle dezimieren die kleine Truppe - Halluzination und Wirklichkeit beginnen sich zu vermischen? 5 Kundenrezensionen:Ein Meisterwerk 5 von 5 PunktenWenn man bedenkt, mit welch großem Aufwand heute Filme gedreht werden, so ist dieses Werk von Werner Herzog, der mit einem Minibudget gearbeitet hat, nicht hoch genug einzuschätzen. Alleine schon die Anfangssequenzen erzeugen eine Stimmung, wie sie Hollywood für viel Geld nicht schafft. Und das Ausnahmetalent Kinski tut sein übriges dazu, um diesen Film zu einem wahren Meisterwerk der Filmgeschichte zu machen. Kaufen, ansehen und genießen. Der (misslungene) Versuch eines Films 1 von 5 PunktenAguirre, der Zorn Gottes, ist nur für Filmhistoriker interessant, weil Werner Herzogs geniale Grundidee andere Regisseure nachhaltig beeinflusst hat. Der richtige Film zu diesem filmischen "Entwurf" heißt Apocalypse Now und gehört zu den besten Filmen aller Zeiten. Werner Herzog hingegen hat hier eher ein unbeholfenes, biederes Theaterstück geschaffen, das viel zu wenig - eigentlich gar nichts - aus der gedanklichen Vorlage macht. Es ist schon klar, dass Herzog nie den Anspruch hatte, mit großartigen Effekten zu arbeiten und den Zuschauer optisch zu erschlagen, dieser "Film" wirkt jedoch geradezu notdürftig zusammengefilmt. Klaus Kinski spielt zwar überragend, doch macht das den ganzen, laienhaft inszinierten Umtrieb drumherum nur noch lächerlicher. Die Handlung ist ein einziges dramaturgisches Vakuum. Insbesondere der Angriff auf das Indianerdorf entbehrt nicht einer gewissen Komik. Dieser Haufen von kostümierten Laiendarstellern soll am Amazonas also Schrecken verbreiten....?? Das Ende soll augenscheinlich philosophisch sein und den Wahnsinn der Hauptfigur verdeutlichen. Hier sieht man jedoch nur einen Bretterverschlag im dreckigen Wasser treiben, mehr nicht. Spätestens hier erkennt man, dass der "Film" nichts anderes ist, als das exzessiv dargestellte Unvermögen eines Regisseurs, der gute Einfälle hat, aber eben kein Talent zum Filmemachen. Ehrlich, selbst die billigen italienischen Exploitationsfilme aus den 80-ern sind da vergleichsweise professionell insziniert. Dieser Film ist so interessant wie eine Führung durch das eigene Wohnzimmer. Interessant ist lediglich, dass der "Film" unter den bekannten Umständen überhaupt entstehen konnte. Empfehlenswert ist daher die Dokumentation "Mein liebster Feind". Ein Klassiker des deutschen Autorenfilms 5 von 5 PunktenFür das bessere Verständnis dieser ersten Zusammenarbeit zwischen Regisseur Werner Herzog und Klaus Kinski sollte man sich unbedingt einmal Herzogs Dokumentarfilm "Mein liebster Feind" ansehen und Kinskis doch sehr eigenwillige Autobiographie "Ich brauche Liebe" lesen. Beide berichten aus ihrer jeweiligen (und oftmals komplett anderen) Ansicht über die unter katastrophalen Bedingungen erfolgten Dreharbeiten in Peru. Nach Herzogs Angaben stand sein Hauptdarsteller damals noch völlig unter dem Einfluß der in einem Desaster geendeten "Jesus Christus Erlöser"-Aufführung in der Berliner Deutschlandhalle, was sich stark auf die schauspielerische Leistung Kinskis auswirkte, welcher immer noch in seiner Jesus-Rolle gefangen schien. Die Handlung des Filmes (spanische Conquistadoren suchen im Amazonas-Dschungel das Goldland Eldorado und scheitern bei einer Floßfahrt, die in einer Katastrophe endet) ist in nur wenigen Worten erzählt, dennoch halte ich diesen Film für ein Meisterwerk, GERADE weil er oftmals unfertig und improvisiert wirkt. Kinski als Don Lope de Aguirre entwickelt seine Rolle des leicht verkrüppelten Aufrührers, der die Führung der Expedition an sich reißt bis zum Äußersten, in der beeindruckenden Schlußeinstellung spricht der Wahnsinn praktisch aus jeder seiner Gesten und Gesichtsbewegungen. Da der Film durch technische Mängel leider nachsynchronisiert werden mußte und Kinski als Sprecher seiner eigenen Rolle nicht zur Verfügung stand, hört man in der Endfassung des Films statt Herzogs "liebstem Feind" den Schauspieler Gerd Martienzen. Eine besondere Bedeutung fällt im Film der Musik von Popol Vuh zu. Bereits die Eingangssequenz, die auf den Zugangspfaden der Inkastadt Machu Picchu gedreht wurde, ist von sphärisch-schwebenden Klängen von atemberaubender Schönheit begleitet, die perfekt zu den Bildern, die die im Nebel vom Berg absteigenden Spanier zeigen, passen. "Aguirre, der Zorn Gottes" ist sicherlich kein leichtverdaulicher Film für das Mainstream-Kino und -Publikum. Aber deutsche Filme, die es zur Kunst von Weltrang gebracht haben sind nicht so zahlreich, als das man sie der heimischen DVD-Sammlung vorenthalten sollte. Einer meiner Lieblingsfilme, volle Punktzahl! Sehr guter Film 5 von 5 PunktenHabe ihn nur beiläufig gesehen, Kinski ist - war - ja ein sehr großer Individualist. Ich fand ihn sehr gut. Habe ihn vor 30 Jahren schon einmal gesehen und nicht verstanden. Mit dem Alter kams. ;) Kunst kommt vom Können, nicht vm Wollen... 1 von 5 PunktenDas einzig Positive an dem Film ist, dass er - sofern man nicht schon vorher aufgibt - lediglich 90 Minuten durchhalten muss. Der Film will sich schauspielerisch von Kinski alleine tragen lassen, was nach fünf Minuten bereits anödet; seine Unvermögen etwas anderes darzustellen als sein affektiertes und abgeschmacktes Gebärden demonstriert er leider nur in einem einzigen Werner Herzog Film: Woyzeck. Was Filmmusik und Synchronisation betrifft, wurde schon alles gesagt; eine Zumutung eben. Wer sich an Kinskis Selbstdarstellung erfreuen kann, wird bei diesem Film auf seine Kosten kommen, wer sich noch etwas anderes erwartet, ist besser beraten, diese 90 Minuten sinnvoller zu verschwenden. Ich schließe mit einem Filmzitat: "Lalalalala..." |
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